Mord an Arzt aus der Eifel: Prozess gegen frühere Lebensgefährtin muss neu beginnen

Der Mord an einem Mediziner aus der Vulkaneifel beschäftigte bundesweit die Justiz – nun ordnet der Bundesgerichtshof eine teilweise Neuverhandlung an und rückt die Verantwortung der früheren Lebensgefährtin erneut in den Fokus.

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dpaHarald Tittel/dpa
Vor dem Landgericht Trier wird der Mordprozess um einen in der Eifel getöteten Arzt teilweise neu verhandelt.

Nach dem Mord an einem Arzt in der Eifel wird der Prozess gegen seine frühere Lebensgefährtin vor dem Landgericht Trier neu aufgerollt. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs sei im ersten Prozess nicht hinreichend geprüft worden, ob die Angeklagte nicht verpflichtet gewesen wäre, ihren Sohn an der Tatausführung zu hindern

Ihr Sohn und dessen Halbbruder waren im August 2024 wegen Mordes zu hohen Jugend-Haftstrafen verurteilt worden: Der 18-Jährige bekam neun Jahre, der 17 Jahre alte Halbbruder sechs Jahre. Diese Urteile sind rechtskräftig.

Die frühere Lebensgefährtin des Opfers erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten - wegen unterlassener Hilfeleistung und Brandstiftung. Die Staatsanwaltschaft hatte für die Frau eine Verurteilung wegen Totschlags und siebeneinhalb Jahre Haft gefordert. 

Tat im Wohnhaus – Angeklagte soll Geschehen mitbekommen haben

Der Arzt war Ende 2022 im Wohnhaus in Gerolstein (Kreis Vulkaneifel) getötet worden. Motiv soll gewesen sein, dass der 53-Jährige seit längerem übermäßig Alkohol getrunken habe - und es dann zu verbalen und körperlichen Übergriffen gekommen sei. 

Die jungen Männer haben laut Urteil den Mediziner mit einem Baseballschläger und Schraubenschlüssel von hinten attackiert und dann mit einem um den Hals gezogenen Kabelbinder erdrosselt. Die Angeklagte sei währenddessen im Haus gewesen und habe Teile der Tat mitbekommen.

Danach vergruben die drei die Leiche in einem Wald bei Rockeskyll und setzten gemeinschaftlich das Auto, in dem der Tote transportiert wurde, in Brand.