Weniger Anträge auf Förderung für Kinderwunschbehandlung

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt wurden im vergangenen Jahr erneut weniger Anträge auf finanzielle Unterstützung für Kinderwunschbehandlungen gestellt. Laut dem Landesverwaltungsamt in Halle gingen 422 Anträge ein, von denen 354 genehmigt wurden. Im Jahr 2023 waren es noch 445 Anträge, von denen 360 positiv beschieden wurden. Der häufigste Grund für abgelehnte Anträge ist laut einer Behördensprecherin die Behandlung in einer Klinik außerhalb von Sachsen-Anhalt ohne ersichtliche dringende Gründe.

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Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können finanzielle Unterstützung von Land und Bund erhalten.

„Eine Kinderwunschbehandlung ist oft ein langer und schwieriger Weg, der auch mit erheblichen Kosten verbunden ist“, erklärte Thomas Pleye, Präsident des Landesverwaltungsamts. „Damit dieser Weg nicht an finanziellen Problemen scheitert, gewähren das Land Sachsen-Anhalt und der Bund auf Antrag einen Zuschuss zu den notwendigen Kosten der assistierten Reproduktion.“

Sowohl Ehepaare als auch nichteheliche Lebensgemeinschaften können profitieren, jedoch keine gleichgeschlechtlichen Paare. Die Frau sollte zwischen 25 und 40 Jahren, der Mann zwischen 25 und 50 Jahren alt sein. Beide müssen ihren Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt haben, und die Behandlung muss in der Regel in einer Reproduktionseinrichtung im Land erfolgen.

Finanzielle Unterstützung im Jahr 2024

Im Jahr 2024 stellten Land und Bund insgesamt rund 221.500 Euro für die Förderung bereit. Das Förderprogramm unterstützt Ehepaare und unverheiratete Paare bei mehreren Versuchen einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder einer Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI). Die Höchstbeträge liegen bei 800 bzw. 900 Euro, wenn weitere Zuschüsse, etwa von der Krankenkasse, hinzukommen. Für nichteheliche Lebensgemeinschaften ohne weitere Zuschüsse kann die Förderung je nach Methode bis zu 1.600 oder 1.800 Euro betragen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr etwa 221.500 Euro ausgezahlt, während es 2023 noch knapp 236.000 Euro und im Vor-Corona-Jahr sogar gut 298.000 Euro waren. Für das vergangene Jahr stand mehr Geld zur Verfügung, als abgerufen wurde. Laut früheren Angaben des Landesverwaltungsamts waren für 2024 rund 392.000 Euro eingeplant.

Meistens Förderung für den ersten Versuch

Die meisten genehmigten Förderungen im vergangenen Jahr bezogen sich auf den ersten Versuch (211 Fälle). Für den zweiten Versuch gab es etwa halb so viele Förderungen, und beim dritten Versuch lag die Zahl bei 41. Zur Erfolgsquote wird keine Statistik geführt.

Rückgang der Geburtenzahlen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt werden immer weniger Kinder geboren. Laut der jüngsten Schätzung erblickten im vergangenen Jahr 12.400 Jungen und Mädchen das Licht der Welt, 1.150 weniger als im Jahr zuvor und ein neuer Tiefstand. Selbst in den Nach-Wendejahren 1993 (14.610), 1994 (14.280) und 1995 (14.568 Lebendgeburten) wurden mehr Kinder geboren.