Telefonbetrug mit Schockanrufen: Polizei warnt vor neuer Masche mit angeblichen Ärzten

Gold und Bargeld für eine Behandlung und Medikamente ihres Sohnes: Eine Rentnerin fällt am Telefon auf einen falschen Arzt herein. Was die Kriminalpolizei nun über die Masche weiß.

Portrait of senior woman with the smartphone.
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In einem Fall in Bayern verlor eine Rentnerin über 500.000 Euro an falsche Ärzte.

Ein angeblicher Notfall, ein schwerkranker Angehöriger und der Druck, sofort hohe Summen zu zahlen: In Rheinland‑Pfalz und Bayern sind erneut Menschen durch eine besonders perfide Telefonbetrugsmasche geschädigt worden. In beiden Fällen gaben sich Betrüger als Ärzte aus und behaupteten, ein Familienmitglied schwebe in akuter Lebensgefahr – nur ein teures Medikament oder eine sofortige Spezialbehandlung könne das Leben retten.

Mehrere zehntausend Euro in Rheinland‑Pfalz erbeutet

In Trier fiel ein Mann auf die Masche herein, nachdem ein angeblicher Arzt aus einem Krankenhaus behauptet hatte, die Enkelin des Mannes benötige dringend ein hochpreisiges Medikament. Ein vermeintlicher Kurier holte schließlich 10.000 Euro in bar bei ihm ab. Wenige Stunden später stellte sich heraus: Alles war erfunden.
Auch eine Frau aus Hermeskeil wäre beinahe Opfer geworden. Sie hatte bereits mehrere zehntausend Euro organisiert, um ihre Tochter zu retten – bis diese zufällig vor der Haustür auftauchte und den Betrug im letzten Moment verhinderte.

Halbe Million Euro Schaden in Bayern

Noch drastischer verlief ein Fall in Dingolshausen. Dort meldete sich ein Mann telefonisch als Professor eines Krankenhauses und erzählte einer Rentnerin, ihr Sohn benötige dringend eine teure Darmkrebsbehandlung und lebensnotwendige Medikamente. Die Betrüger verlangten Bargeld und Gold – insgesamt rund 500.000 Euro, die die Frau schließlich übergab. Die Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen, die die Übergaben bemerkt haben könnten.

Polizei rät zu sofortigem Auflegen

Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Wer einen derartigen Anruf erhält, solle sofort auflegen und im Zweifel selbstständig die betreffende Klinik kontaktieren. Zudem empfiehlt die Polizei, sich den vollständigen Namen sowie die Fachabteilung des angeblichen Arztes geben zu lassen – echte medizinische Einrichtungen würden niemals Bargeld oder Gold verlangen und schon gar keine Kuriere schicken.