Nebenwirkungsmanagement zentral zur Erreichung der Therapieziele

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Nebenwirkungen können für Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs zur Belastung werden. Für eine möglichst hohe Lebensqualität spielt das Nebenwirkungsmanagement daher eine bedeutende Rolle.
Werden bei der Nachsorge Metastasen festgestellt, sitzt der Schock bei den Patientinnen tief. Hinzu kommt die Sorge vor einer belastenden Chemotherapie. Doch bei der Behandlung von metastasiertem Brustkrebs haben sich die Therapiemöglichkeiten erheblich erweitert. Die „Chemo“ spielt dabei zumindest bei fortgeschrittenem, hormonrezeptor-positivem und HER2-negativem Brustkrebs nur noch eine untergeordnete Rolle.1,2
Mehr Lebensqualität durch Nebenwirkungsmanagement
Die endokrine-basierte Therapie ist hier nach aktueller Leitlinie aufgrund der geringeren Toxizität, wann immer möglich, in Erstlinie einzusetzen.1,2 Kombinationstherapien mit CDK4/6-Inhibitoren können gegenüber der Monotherapie mit einem Aromatasehemmer das progressionsfreie Überleben der Patienten erheblich verlängern.3
Auch wenn die Nebenwirkungen, verglichen mit der Chemotherapie, meist weniger schwerwiegend sind, gehören sie doch für viele Patientinnen zum Alltag: Arthralgien, Myalgien, schmerzende Knochen oder Hitzewallungen sind nicht ungewöhnlich.1,2,4 Für die Betroffenen ist der Erhalt der Lebensqualität ein zentrales Therapieziel. Gerade Brustkrebspatientinnen haben häufig den Wunsch, selbst etwas zu tun, statt die Behandlung passiv „über sich ergehen zu lassen“. Das Nebenwirkungsmanagement bindet die Betroffenen aktiv in die Therapie mit ein. Viele Symptome wie Übelkeit, Schmerzen oder Hitzewallungen lassen sich durch Bewegung und Sport sowie eine spezielle Ernährung lindern – mit zusätzlichen positiven Effekten auf die Lebensqualität und Einstellung zur Therapie.5
Digitales Therapietagebuch
Therapiebegleitend werden Daten, die Patienten selbst erheben – etwa zu Symptomen, Nebenwirkungen oder Lebensqualität – immer wichtiger. Die App CANKADO kann verschiedene Daten zur Symptomatik, Lebensqualität oder Compliance über adaptive Algorithmen abfragen und auswerten. Die Patientin erhält umgehend Feedback, z. B. wie dringend bestimmte Beschwerden mit dem Arzt abzuklären sind. Zudem können alle Daten mit dem Behandlungsteam geteilt werden, was Patientengespräche effizienter gestaltet. Der partizipative Charakter stärkt die Position der Patientin: Sie ist besser auf Arztgespräche vorbereitet und nimmt sich als aktiven Partner wahr.
Literatur
1 AGO Breast Committee: Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer, Recommendations 2018, www.ago-online.de (abgerufen am 10.10.2018)
2 Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des
Mammakarzinoms, Version 4.1, 2018 AWMF Registernummer: 032-045OL, www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/ (abgerufen
am: 05.10.2018)
3 Hortobagyi GN et al. Ann Oncol. 2018 Jul 1;29(7):1541-1547.
4 Janni W und Müller V. Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2017.
5 Andersen MR, Urban N. Ann Behav Med. 1999;21(3):201-9.
Informationsmaterial
Für Sie und Ihre Patientinnen
Bei metastasiertem Brustkrebs gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Therapieoptionen, die eine bessere Lebensqualität ermöglichen. Um diese möglichst wenig einzuschränken, sollten auftretende Nebenwirkungen so gering wie möglich gehalten werden. Häufig lassen sich Wechsel- sowie Nebenwirkungen durch ein paar Tricks verhindern, vermindern oder behandeln.
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