Frau Schumacher-Wulf, Frau Haidinger, welche Wünsche haben Frauen mit metastasiertem Brustkrebs hinsichtlich ihrer Therapie?

Schumacher-Wulf: Die betroffenen Frauen wünschen sich eine Therapie, die potenziell wenige Nebenwirkungen hat und die Erkrankung so lange wie möglich aufhält. Das ergab eine Befragung von Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin. 

Haidinger: Diesen Wunsch der Patientinnen kann ich bestätigen. Sie möchten sich trotz Therapie relativ wohl fühlen, ins Arbeitsleben zurückkehren oder sich um ihre Familien kümmern können. Gerade, wenn Kinder da sind. Natürlich ist das Gesamtüberleben auch bei metastasiertem Brustkrebs der Goldstandard, doch bei den betroffenen Frauen hat nun mal auch das krankheitsfreie Überleben eine große Bedeutung. 

Wie können Onkologinnen und Onkologen dem gerecht werden?

Haidinger: Bei der Wahl der Therapie ist darauf zu achten, dass die Betroffenen ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen weiterleben können. Etwa, indem die Behandlung verlässlich anschlägt. So ergeben sich für die Frauen ganz neue Perspektiven für ihr Leben. Schreitet die Krankheit stattdessen voran und es wird ein Therapiewechsel erforderlich, ist das nicht so gut möglich.

Und die Frauen selbst: Wie ist ihre Situation im Alltag? 

Schumacher-Wulf: Viele Frauen fühlen sich oft isoliert von Außenstehenden. Auch im Vergleich zu frühen Brustkrebserkrankungen wird die metastasierte Situation komplett außen vor gelassen, etwa bei vielen Aufklärungsinitiativen zur Erkrankung. Deshalb ist es uns auch so wichtig, die Erkrankung an die Öffentlichkeit zu bringen, etwa durch My time. Viele Menschen wissen nicht: Was sind die Sorgen dieser Frauen? Wie soll ich mit ihnen umgehen? Dabei ist das ganz einfach: Fragt die Frauen, was sie brauchen und was ihnen hilft. Das kann auch sprachlose Situationen überwinden.

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